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Griechisches Schiff von Jemen versenkt? Das steckt hinter den dubiosen Bildern im Netz

Die jemenitische Huthi-Miliz soll die Zogravia stark beschädigt haben. So kursiert ein Bild, das die gewaltige Explosion auf dem Frachter zeigen soll.

Fact-checking in einer Zeitung
u00a9 SpeedShutter - stock.adobe.com

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Seit einigen Wochen schon kursiert auf TikTok und anderen Plattformen ein Bild, das einen jemenitischen Angriff auf ein griechisches Schiff zeigen soll. Begleitet werden die Aufnahmen von Zuspruch und einem Statement der politisch-militärischen Huthi-Bewegung, die sich zu dem Angriff bekennt. Ein kurzer Faktencheck zeigt jedoch, was tatsächlich hinter dem Bild steckt.

Faktencheck: Was stimmt, was nicht?

„Die Seestreitkräfte führten eine Operation durch, die auf das griechische Schiff Zogravia abzielte, das auf dem Weg zum Hafen des besetzten Palästina war“, heißt es in einem TikTok-Post von Hammas_Yeman_Taliban5. „Der Angriff wurde mit mehreren maritimen Lenkraketen durchgeführt, die das Ziel direkt trafen.“ Das beigefügte Bild zeigt eine gewaltige Explosion, angeblich auf der Zogravia.

Zunächst: Es stimmt, dass die jemenitische Huthi-Miliz im Januar die Zogravia angriff, die zu diesem Zeitpunkt unter maltesischer Flagge fuhr. Mit 24 Besatzungsmitgliedern sei der Frachter von Vietnam aus auf dem Weg nach Israel gewesen, berichtete der Stern. Doch habe der Angriff nur „begrenzte Schäden“ angerichtet.

Nicht richtig sind die im Netz gefeierten fatalen Schäden, ebenso wie das dazu geteilte Bild. Denn anstelle des griechischen Schiffes zeigt die Aufnahme eine iranische Militärübung aus dem Jahr 2015. Konkret zitiert die Agence France-Presse (AFP) in ihrem Faktencheck aus der Original-Bildunterschrift: „Die Elitetruppen der iranischen Revolutionsgarde greifen ein Marineschiff während einer militärischen Übung in der Straße von Hormuz im Süden Irans an, 25. Februar 2015.“

Schutz vor Falschmeldungen

Viele soziale Medien haben mittlerweile Mechanismen eingeführt, um ihre Nutzenden vor Falschmeldungen zu schützen – allerdings bei weitem nicht alle. TikTok etwa gilt als regelrechter Brutkasten für Fake News. Wie schnell Nutzerinnen und Nutzer in diesen Sog gezogen werden können, zeigt mitunter eine neue Recherche von MrWissen2go in Zusammenarbeit mit Correctiv.

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Neben dem Faktencheck der AFP, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und anderer Nachrichtenagenturen bieten auch die von Correctiv, Snopes und FactCheck.org eine zuverlässige Anlaufstelle, wenn du Informationen überprüfen willst.

9 Tricks entlarven Fake News

Solltest du auch dort nichts zu einer dubiosen Info finden, kannst du dir folgende Tricks zunutze machen:

  1. Überprüfe die Quelle: Informiere dich über die Glaubwürdigkeit und den Ruf der Quelle. Seriöse Quellen legen oft ihre Forschungsmethoden offen und verfügen über einen klaren Trennungsprozess zwischen Nachrichten und Meinungen.
  2. Prüfe den Autor oder die Autorin: Wer hat die Information verfasst? Hat der Autor oder die Autorin eine Expertise in dem Thema? Eine kurze Recherche zum Autor oder der Autorin kann Aufschluss über dessen Glaubwürdigkeit geben.
  3. Achte auf das Datum: Informationen können veralten. Stelle sicher, dass die Daten und Statistiken, die du überprüfst, aktuell sind.
  4. Überprüfe die Belege: Seriöse Artikel und Berichte stützen ihre Behauptungen oft durch Daten, Zitate von Expert*innen oder andere nachprüfbare Beweise. Fehlen diese, ist Vorsicht geboten.
  5. Kreuzprüfung der Fakten: Suche nach denselben Fakten auf anderen seriösen Websites oder in Fachliteratur, um die Behauptungen zu bestätigen. Das Finden derselben Information aus mehreren zuverlässigen Quellen kann deren Glaubwürdigkeit erhöhen.
  6. Sei kritisch gegenüber Bildern und Videos: Bilder und Videos können manipuliert werden. Werkzeuge wie Google Reverse Image Search können dabei helfen, die Ursprünge eines Bildes oder Videos zu finden und zu überprüfen, ob es in einem falschen Kontext verwendet wird.
  7. Achte auf voreingenommene Quellen: Jede Quelle kann Voreingenommenheiten haben. Es ist wichtig, sich dieser bewusst zu sein und Informationen aus verschiedenen Perspektiven zu suchen.
  8. Überprüfe Zitate: Stelle sicher, dass Zitate im richtigen Kontext verwendet werden und überprüfe die Originalquellen, wenn möglich.
  9. Nutze dein kritisches Denken: Stelle die Motivation hinter der Verbreitung der Information in Frage. Wer profitiert davon? Gibt es eine Agenda? Kritisches Denken ist eines der stärksten Werkzeuge im Faktencheck.

Quellen: Stern; Agence France-Presse

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