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Mit dem Metalldetektor: 4.000 Jahre alter Schatz entdeckt

Knapp 4.000 Jahre lang soll der Dolch unter der Erde gelegen haben – bis Piotr Gorlach ihn rein zufällig entdeckte.

Mann hebt Metalldetektor und Schaufel in die Höhe
u00a9 Torkhov - stock.adobe.com

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

In einem Wald nahe der polnischen Stadt Jarosław hat man einen 4.000 Jahre alten Kupferdolch entdeckt. Er gilt als der älteste Metall-Dolch in der Woiwodschaft Karpatenvorland. Die Entdeckung machte Piotr Gorlach, ein Mitglied des Historischen und Forschungsvereins Jarosław, der auf den archäologischen Fund stieß, während er mit einem Metalldetektor in der Nähe des Dorfes Korzenica unterwegs war.

Archäologischer Fund geschah zufällig

Archäolog*innen des Museums in Jarosław stellten fest, dass der Dolch aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends vor Christus (v. Chr.) stammen müsse. Dabei handele es sich um eine Zeit des bedeutenden technologischen Übergangs von Stein- zu Metallwerkzeugen, erklärten sie gegenüber der Polska Agencja Prasowa (PAP).

„Ich hatte meine Suche für diesen Tag bereits beendet“, zitiert Nauka w Polsce, ein Dienst des polnischen Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulbildung, den Entdecker unter Berufung auf die PAP. Auf dem Rückweg zum Auto habe Gorlach den Detektor aus Gewohnheit eingeschaltet gelassen. Plötzlich sei dann ein Signal ertönt.

„Als ich den Waldboden freilegte, fiel mein Blick auf einen flachen Metallgegenstand, der mit einer grünen Patina überzogen war. Mir war schnell klar, dass ich es mit etwas zu tun hatte, das viel älter war als die Militärgegenstände aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, die ich in diesem Gebiet suchte.“

Piotr Gorlach (via Nauka w Polsce)

„Kein Zweifel, dass der Dolch kein lokales Produkt ist“

Bei genauerer Betrachtung habe Gorlach erst die antike Herkunft seines archäologischen Fundes erkannt. Der Dolch, aus Kupfer gefertigt und etwas über zehn Zentimeter lang, datiert vor das Bronzezeitalter. Im dritten Jahrtausend v. Chr. seien Gegenstände aus Kupfer extrem selten gewesen, erklärt Dr. Elżbieta Sieradzka-Burghardt, eine Archäologin des Jarosław-Museums, „so dass sie sich nur Menschen mit dem höchsten sozialen Status leisten konnten“.

Die Entdeckung bietet Einblicke in die sozioökonomischen Dynamiken der Zeit und deutet auf die Existenz von Handelsnetzwerken und die Verteilung wertvoller Güter unter den Eliten hin. Denn laut Dr. Sieradzka-Burghardt bestehe „kein Zweifel, dass der Dolch kein lokales Produkt ist“.

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Weitere Analysen geplant

Die Verwendung von Metall, insbesondere Kupfer, markierte einen signifikanten Fortschritt in der Werkzeugherstellung und leitete den Übergang zum Bronzezeitalter ein. Solche Artefakte beleuchten die sich entwickelnden menschlichen Interaktionen, Technologien und Kulturen während dieses entscheidenden Zeitabschnitts in der Geschichte.

„Obwohl der Dolch aus Korzenica nur 10,5 cm lang ist, handelt es sich im Vergleich zu anderen ähnlichen Objekten bereits um einen großen Dolch, was zeigt, wie wertvoll Metallprodukte in der fraglichen Zeit waren. Bemerkenswert ist die charakteristische Form des Monuments, die den zur gleichen Zeit verwendeten Feuersteindolchen ähnelt.“

Dr. Elżbieta Sieradzka-Burghardt (via Nauka w Polsce)

Weitere Analysen, einschließlich metallurgischer Studien, seien geplant, um mehr über die Herkunft des Dolches und die verwendeten Materialien zu erfahren. Die Ergebnisse könnten zu einem tieferen Verständnis der prähistorischen Gemeinschaften in der Woiwodschaft Karpatenvorland und ihrer Verbindungen zur breiteren antiken Welt beitragen.

Quelle: Nauka w Polsce

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