Veröffentlicht inScience

Mars: Suche nach außerirdischem Leben – diese ungewöhnliche Spinne könnte helfen

Schon lange spekuliert die Wissenschaft über außerirdisches Leben auf dem Mars. Nun soll die Erfindung eines Forschungsteams aus Stanford neue Erkenntnisse liefern.

Marslandschaft vor dunklem Hintergund
u00a9 Cobalt - stock.adobe.com

Außerirdisches Leben: Wo könnte man es entdecken?

Seit Jahren untersuchen Forschende Objekte im Sonnensystem, auf denen möglicherweise außerirdisches Leben existieren könnte. Der US-amerikanische Astronom Seth Shostak glaubt, dass es sechs Objekte im Sonnensystem gibt, auf denen "Außerirdische" leben könnten.

Sechs Rover konnte die NASA bereits erfolgreich auf dem Mars platzieren, trotzdem ist ein Großteil des Planeten noch unerforscht. Denn eine wichtige Region ist den Wissenschaftler*innen bis jetzt verborgen geblieben: die unterirdischen Schichten des roten Planeten. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es auf dem Mars große Höhlen gibt, die Spuren von außerirdischem Leben beherbergen könnten.

Theorien über außerirdisches Leben in Mars-Höhlen

Einige Astrobiolog*innen vermuten bereits seit Jahren, dass ein ausgedehntes unterirdisches Netzwerk auf dem Mars, der Ort sein könnte, der am wahrscheinlichsten Signaturen von vergangenem oder gegenwärtigem außerirdischem Leben beherbergt. Potenzielles mikrobielles Leben könnte hier Zuflucht gefunden haben, um sich vor Strahlung, extremen Temperaturschwankungen und den extremen Staubstürmen auf dem Planeten zu schützen.

Doch eine Erforschung der Mars-Höhlen ist auch aus anderen Gründen für die Forscher interessant. Denn die unterirdischen Regionen könnten sich als Orte für menschliche Besiedelung eignen. Es ist jedoch eine große Herausforderung, die unregelmäßigen und bis jetzt unkartierten Tunnel robotisch zu erkunden. Die Mars-Rover wären zum Beispiel für eine solche Mission aktuell noch zu groß und unbeweglich. Eine Forschungsgruppe aus Stanford hat nun aber, unter anderem für diesen Zweck, einen neuartigen Roboter entwickelt.

Lesetipp: Mars – Maschine entdeckt etwas, das Forscher übersehen haben

Design des Roboters orientiert sich an Weberknecht-Spinne

Der Roboter namens Reachbot ist von der Bewegung der Weberknecht-Spinne inspiriert, die auch als Opa Langbein bekannt ist. Das aktuelle Modell verfügt über einen kleinen Körper und acht lange, ausfahrbare Gliedmaßen. Am Ende jedes Beines befindet sich ein Drei-Finger-Greifer, der mit „Mikrostacheln“ aus Nähnadeln ausgestattet ist. Diese sollen dem Bot helfen, raues Gestein fest zu greifen, heißt es in einer Studie, die im Fachjournal Science Robotics veröffentlicht wurde.

Die Roboterspinne plant ihre Bewegungen vorab. Dafür haben die Forscher*innen ein zweistufiges Wahrnehmungssystem entwickelt. Kameras und Sensoren am Zentralkörper und an den Greifern ermöglichen es dem ReachBot selbst zu entscheiden, wo er seine mechanischen Hände platziert. Das spinnenartige Design soll auch dafür sorgen, dass der Roboter auf der Suche nach außerirdischem Leben in den Mars-Höhlen nicht so schnell kaputt geht. So würden ein oder zwei beschädigte Beine, die Funktionen des ganzes Gerätes nicht sofort lahmlegen.

Auch interessant: „Spinnen“ auf dem Mars gesichtet – Satellit liefert seltsame Bilder

Erste Tests in Wüste waren erfolgreich

Bereits letztes Jahr führte das Team um Robotikexperte Tony Chen erste Praxistests in der nordamerikanischen Mojave-Wüste durch. Dort gibt es Lavaröhren, die große Ähnlichkeiten mit den Mars-Tunneln aufweisen sollen, in denen das außerirdische Leben vermutet wird. Vor allem sollte dabei überprüft werden, wie gut sich die Roboterspinne in den Höhlen fortbewegen kann. Die Ergebnisse sollen ergeben haben, dass das Wahrnehmungssystem „wirklich gut funktioniert“, so Chen.

Doch bis der ReachBot auf dem roten Planeten wirklich nach Spuren von Wasser oder außerirdischem Leben suchen kann, kann es aber noch einige Zeit dauern. Denn während der Tests in der Wüste hat sich jede Menge Staub in dem Roboter angesammelt, was auf Dauer zu einem Problem werden könnte. Vor allem, da der Mars ein äußerst staubiger Planet ist. „Wir sind noch ziemlich weit davon entfernt, tatsächlich auf dem Mars zu sein“, sagt deshalb auch Studienleiter Chen.

Quelle: „Locomotion as manipulation with ReachBot“ (Science Robotics, 2024), „Lava tubes and basaltic caves as astrobiological targets on Earth and Mars: A review“ (ScienceDirect, 2024)

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.